EMOSOPHIE®
Eine Denkweise auf der Suche nach Wahrheit und den Ordnungen, die dem Menschen und dem Leben zugrunde liegen.
"Wissenschaft ist der Versuch des Menschen, die Ordnungen zu entdecken, die Gott in seine Schöpfung gelegt hat." Marion Kohn
EMOSOPHIE® ist eine von Marion Kohn begründete Denkweise.
Sie entstand aus der über 25-jährigen Suche nach Zusammenhängen, Kausalitäten und wiederkehrenden Gesetzmäßigkeiten in Gesundheit, Beziehungen und menschlichem Verhalten.
Im Zentrum steht eine einfache, aber weitreichende Überzeugung:
Wahrheit ist eine.
Wenn Gott Wahrheit ist und Wissenschaft der ernsthafte Versuch des Menschen, die Wirklichkeit zu verstehen, können Gott und Wissenschaft einander letztlich nicht widersprechen.
Wissenschaft kann irren.
Theologie kann irren.
Menschen können irren.
Aber Wahrheit kann der Wahrheit nicht widersprechen.
EMOSOPHIE® sucht deshalb keinen Kompromiss zwischen Wissenschaft und Gott.
Sie sucht nach der Wirklichkeit, in der sich beide begegnen.
Wissenschaft als Suche nach Ordnung
Forschung bedeutet, Beobachtungen ernst zu nehmen, Zusammenhänge zu prüfen und bisherige Annahmen infrage zu stellen, wenn die Wirklichkeit ihnen widerspricht.
Wer Gott aus der Suche nach Wahrheit ausschließt, bevor die Suche überhaupt begonnen hat, handelt nicht wissenschaftlich.
Die Geschichte der Wissenschaft ist auch eine Geschichte der Suche nach einer verborgenen Ordnung hinter den Erscheinungen der Welt.
Menschen beobachten Phänomene, erkennen Regelmäßigkeiten, formulieren Hypothesen und entwickeln Modelle, um die Wirklichkeit besser zu verstehen.
Dabei ist Wissenschaft kein abgeschlossenes Gebäude aus endgültigen Wahrheiten. Ihre Stärke liegt gerade darin, dass bestehende Erklärungsmodelle überprüft, korrigiert und erweitert werden können, wenn neue Beobachtungen und Erkenntnisse dies erforderlich machen.
Die Frage nach der Ordnung der Wirklichkeit ist deshalb älter als die moderne Wissenschaft selbst.
Viele bedeutende Naturforscher und Denker gingen davon aus, dass die Natur nicht chaotisch oder beliebig ist, sondern einer erkennbaren Ordnung folgt.
Für einige von ihnen war die Erforschung dieser Ordnung ausdrücklich mit der Gottesfrage verbunden.
Gottfried Wilhelm Leibniz, Mathematiker, Philosoph und einer der Begründer der Infinitesimalrechnung, suchte nach allgemeinen Prinzipien, mit denen sich die Wirklichkeit rational verstehen lässt.
„Gott ist der letzte Grund der Dinge, und die Erkenntnis Gottes ist nicht weniger ein Prinzip der Wissenschaften, als sein Wesen und sein Wille die Prinzipien des Seienden sind.“ Gottfried Wilhelm Leibniz, Specimen Dynamicum, 1695; Übersetzung aus dem Originaltext.
Leibniz verband die Suche nach wissenschaftlichen Erklärungen mit der Frage nach den letzten Gründen der Wirklichkeit. Zugleich hielt er daran fest, dass körperliche Phänomene durch wirkende und mechanische Ursachen erklärt werden können, während darüber hinaus die Frage nach letzten Gründen und Zwecken bestehen bleibt. Genau diese Verbindung macht ihn für den Gedankengang der EMOSOPHIE® besonders interessant.
Auch Isaac Newton betrachtete Naturforschung und Gottesfrage nicht als Gegensätze. In seinem General Scholium zu den Principia schrieb er:
„Dieses höchst elegante System der Sonne, Planeten und Kometen konnte nur aus dem Ratschluss und der Herrschaft eines intelligenten und mächtigen Wesens hervorgehen.“
Isaac Newton, Philosophiae Naturalis Principia Mathematica, General Scholium, 1713.
Newton führt diesen Gedanken weiter und bezeichnet dieses Wesen ausdrücklich als Gott. Für ihn widersprach die Entdeckung mathematisch beschreibbarer Naturgesetze nicht der Gottesfrage. Die erkennbare Ordnung der Natur führte vielmehr zur Frage nach ihrem letzten Ursprung.
Albert Einstein, dessen Gottesverständnis sich deutlich vom christlichen Gottesbild unterschied, beschäftigte eine andere, für die EMOSOPHIE® ebenso grundlegende Frage:
„Das ewige Geheimnis der Welt ist ihre Begreiflichkeit. Die Tatsache, dass sie begreiflich ist, ist ein Wunder.“ Albert Einstein, Physics and Reality, 1936; deutsche Übersetzung.
Dass der Mensch überhaupt in der Lage ist, Ordnungen der Wirklichkeit zu erkennen, gehört bis heute zu den grundlegenden erkenntnistheoretischen Fragen der Wissenschaft.
Warum ist die Wirklichkeit überhaupt erkennbar?
Warum können Menschen Gesetzmäßigkeiten entdecken?
Warum lässt sich die Natur mathematisch beschreiben?
Warum können aus einzelnen Beobachtungen allgemeine Zusammenhänge abgeleitet werden?
EMOSOPHIE® überträgt diese Suche nach Ordnung auf den Menschen und sein Leben.
Die Naturwissenschaft sucht nach Ordnungen in der Natur. EMOSOPHIE® sucht nach Ordnungen im Menschen und seinem Leben.
Sie fragt:
Gibt es hinter gesundheitlichen Beschwerden, Beziehungskonflikten, menschlichem Verhalten und wiederkehrenden Lebensereignissen Zusammenhänge und Ordnungen, die wir bisher noch nicht vollständig erkannt haben?
Seit über 25 Jahren untersucht Marion Kohn wiederkehrende Zusammenhänge zwischen biografischen Ereignissen, inneren Konflikten, menschlichem Verhalten, Beziehungen und gesundheitlichen Entwicklungen.
Aus dieser Suche entstanden Beobachtungen, Modelle und beschriebene Gesetzmäßigkeiten, die zur Grundlage der EMOSOPHIE® wurden.
Was, wenn wir die zugrunde liegende Ordnung noch nicht erkannt haben?
Medizin, Biologie, Psychologie und Neurowissenschaften haben unser Verständnis des Menschen tiefgreifend erweitert.
EMOSOPHIE® richtet sich nicht gegen diese Wissenschaften.
Sie beginnt mit einer anderen Frage:
Welche Zusammenhänge und Ordnungen des Menschen haben wir möglicherweise noch nicht erkannt?
Wissenschaftliche Modelle sind nicht die Wirklichkeit selbst.
Sie sind Versuche, die Wirklichkeit zu beschreiben.
Neue Erkenntnisse entstehen häufig dort, wo Beobachtungen nicht vollständig durch bestehende Modelle erklärt werden können.
Max Planck formulierte:
„Eine neue wissenschaftliche Wahrheit pflegt sich nicht in der Weise durchzusetzen, dass ihre Gegner überzeugt werden […], sondern vielmehr dadurch, dass ihre Gegner allmählich aussterben und dass die heranwachsende Generation von vornherein mit der Wahrheit vertraut gemacht ist.“
EMOSOPHIE® versteht Forschung deshalb nicht als Verteidigung bestehender Erklärungsmodelle.
Forschung bedeutet, Beobachtungen ernst zu nehmen, Zusammenhänge zu prüfen und bisherige Annahmen infrage zu stellen, wenn die Wirklichkeit ihnen widerspricht.
Wer Gott aus der Suche nach Wahrheit ausschließt, bevor die Suche überhaupt begonnen hat, handelt nicht wissenschaftlich, sondern setzt bereits voraus, was am Ende der Suche herauskommen darf.
Dasselbe gilt in der Gegenrichtung.
Wer wissenschaftliche Erkenntnisse ausschließt, weil sie dem eigenen Gottesbild widersprechen, hat ebenfalls aufgehört, ergebnisoffen nach Wahrheit zu suchen.
Der Mensch als Teil einer Ordnung
EMOSOPHIE® geht davon aus, dass menschliches Erleben nicht aus voneinander unabhängigen Einzelereignissen besteht.
Körperliche Beschwerden, Emotionen, Beziehungen, Entscheidungen, Konflikte und biografische Erfahrungen können miteinander verbunden sein.
Die moderne Wissenschaft kennt längst komplexe Wechselwirkungen zwischen biologischen, psychischen und sozialen Prozessen.
Systembiologie, Psychoneuroimmunologie, Epigenetik, Bindungsforschung und Neurowissenschaften untersuchen den Menschen aus unterschiedlichen Perspektiven.
EMOSOPHIE® stellt eine darüber hinausgehende Forschungsfrage:
Gibt es Ordnungen und Kausalzusammenhänge im Leben eines Menschen, die verschiedene Ebenen seines Erlebens miteinander verbinden und die wir bisher noch nicht vollständig verstanden haben?
Aus dieser Suche entstanden über Jahrzehnte Beobachtungen und Modelle, die zur Grundlage der EMOSOPHIE® wurden.
Emotionale Weisheit
Der Begriff EMOSOPHIE® verbindet Emotion und Sophia.
Das griechische Wort sophía bedeutet Weisheit.
In der antiken Philosophie bezeichnete Weisheit mehr als Wissen.
Sie umfasste Einsicht, Urteilsvermögen und die Fähigkeit, das Leben gut zu führen.
Emotionale Weisheit bedeutet in der EMOSOPHIE®, Zusammenhänge zu erkennen, Erfahrungen einzuordnen und aus Einsicht, Urteilsvermögen und Erfahrung stimmig zu handeln.
Denn Wissen allein verändert den Menschen nicht zwangsläufig.
Ein Mensch kann sehr viel über Psychologie, Gesundheit oder Beziehungen wissen und dennoch immer wieder in dieselben Konflikte geraten.
Erkenntnis beginnt dort, wo Zusammenhänge sichtbar werden.
Die innere Mitte
Ein zentraler Begriff der EMOSOPHIE® ist die innere Mitte.
Sie bezeichnet keinen Entspannungszustand und kein Ideal dauerhafter emotionaler Ausgeglichenheit.
Die innere Mitte beschreibt einen Zustand innerer Orientierung, aus dem heraus ein Mensch wahrnehmen, unterscheiden und handeln kann, ohne dauerhaft von ungelösten Konflikten und den daraus entstandenen Dynamiken bestimmt zu werden.
Aus langjährigen Beobachtungen entstand innerhalb der EMOSOPHIE® das Modell des Aus-der-Mitte-Konflikts.
Es beschreibt Konflikte, durch die Menschen ihre innere Orientierung verlieren und narzisstische oder altruistische Verhaltensweisen entwickeln können.
Dabei werden diese Dynamiken nicht ausschließlich moralisch bewertet oder als unveränderliche Persönlichkeitsmerkmale betrachtet.
EMOSOPHIE® fragt:
Was ist geschehen, dass ein Mensch aus seiner inneren Mitte geraten ist?
Und:
Welche Zusammenhänge müssen erkannt und welche Konflikte gelöst werden, damit der Weg zurück in die innere Mitte wieder frei werden kann?
Der Weg zurück zum Ursprung
Nach dem Verständnis der EMOSOPHIE® ist Entwicklung nicht nur die Aneignung neuer Fähigkeiten.
Es geht auch darum, zu erkennen, was den Zugang des Menschen zu seiner inneren Mitte, zu Wahrheit und Potenzial verstellt.
Der Weg zurück zum Ursprung bedeutet deshalb nicht die Rückkehr in einen vergangenen Zustand.
Er bezeichnet die Suche nach einer ursprünglicheren inneren Ordnung.
Nach einem Zustand, in dem Wahrnehmung, Urteilsvermögen und Handeln zunehmend weniger von ungelösten Konflikten, Selbsttäuschung, Macht, Manipulation und Angst bestimmt werden.
EMOSOPHIE® ist die Suche nach den Ordnungen, die dem Menschen von seinem Ursprung her eingeschrieben sind.
Die KOMPASS-Arbeit® der EMOSOPHIE®
Aus der jahrzehntelangen Forschung und praktischen Arbeit mit Menschen entstand die KOMPASS-Arbeit® der EMOSOPHIE®.
Sie ist der strukturierte Lern- und Erkenntnisweg, um die innere Mitte und den eigenen Kompass wiederzufinden.
Menschen lernen, Ereignisse, Konflikte und wiederkehrende Erfahrungen nicht isoliert zu betrachten, sondern Zusammenhänge zu erkennen.
Die KOMPASS-Arbeit® der EMOSOPHIE® vermittelt keine fertigen Antworten darauf, wie ein Mensch leben soll.
Sie schult die Fähigkeit, genauer wahrzunehmen, Zusammenhänge zu erkennen, bisherige Erklärungen zu überprüfen und aus zunehmender Erkenntnis heraus stimmiger zu handeln.
Nicht folgen. Erkennen lernen.
Forschung beginnt dort, wo die Erklärung endet
Nicht alle Beobachtungen, die zur Entstehung der EMOSOPHIE® beigetragen haben, lassen sich derzeit schon wissenschaftlich erklären.
Dazu gehören auch außergewöhnliche körperliche und innere Veränderungen, von denen Menschen seit vielen Jahren im Zusammenhang mit Begegnungen und der Gegenwart von Marion Kohn berichten.
Diese Phänomene werden innerhalb der EMOSOPHIE® weder als wissenschaftlich bewiesene Wirkungen dargestellt noch vorschnell einem bekannten spirituellen Modell zugeordnet.
Sie werden beobachtet.
Dokumentiert.
Verglichen.
Und weiter untersucht.
Denn die Tatsache, dass ein Phänomen noch nicht erklärt werden kann, ist kein Beweis für seine Ursache.
Aber sie ist auch kein wissenschaftlicher Grund, die Beobachtung nicht ernst zu nehmen.
Forschung beginnt dort, wo wir den Mut haben zu sagen: Ich weiß noch nicht, was es ist. Aber ich werde weiter nach der Wahrheit suchen.
Wahrheit, Wissenschaft und Gott
EMOSOPHIE® ist keine Religion.
Sie verlangt kein bestimmtes Glaubensbekenntnis.
Aber sie schließt Gott auch nicht aus der Suche nach Wahrheit aus.
Denn wer die Existenz Gottes bereits vor Beginn der Untersuchung grundsätzlich ausschließt, setzt der Suche nach Wahrheit eine Grenze.
Und wer wissenschaftliche Erkenntnis zurückweist, sobald sie dem eigenen Gottesbild widerspricht, tut dasselbe.
EMOSOPHIE® sucht keinen bequemen Mittelweg zwischen diesen Positionen.
Sie stellt beide unter denselben Maßstab: die Wahrheit.
Ich glaube, dass Wahrheit eine ist. Deshalb können sich Gott, Wissenschaft und Wirklichkeit letztlich nicht widersprechen. Wo Widersprüche entstehen, haben wir die zugrunde liegende Ordnung noch nicht vollständig verstanden.
Und daraus folgt der Leitsatz der EMOSOPHIE®:
Die Suche nach Wahrheit darf niemals Gott verlassen – und die Suche nach Gott darf niemals die Wahrheit verlassen.
Denn wenn Gott Wahrheit ist, dann ist die ehrliche Suche nach Wahrheit bereits eine Bewegung auf Gott zu – selbst wenn der Suchende das noch nicht weiß.
Und umgekehrt:
Eine Suche nach Gott, die sich von der Wahrheit entfernt, kann nicht zu Gott führen, sondern nur zu einem menschlich erzeugten Gottesbild.
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„Die einzigen Menschen, denen ich nicht helfen konnte, waren diejenigen, die an keine höhere Macht außerhalb ihrer selbst glauben.“
- Carl Gustav Jung (1875-1961, Schweiz), Vater der analytischen Psychotherapie